Neuer Tagebucheintrag in Facebook
Heute fing es schon mit einem Sonnenschein an - dem Himmel sei Dank! Ein Tag für Höhenflüge, …
Wir müssen nicht Zeit, sondern die Zukunft gewinnen.
Das neue Griechenlandrettungspaket hat in der EU Gewicht, immerhin ist es mehr als 130 Milliarden Euro schwer und soll das verschuldete Land um einiges erleichtern. Es wird allerdings keine Defizite ausgleichen, sondern nur Löcher stopfen, denn es ist schon zum Abdecken bestehender Kredite vorgesehen.
Freilich, man hat sich damit Zeit erkauft, aber auch in die Zukunft investiert?
Jeder Kredit ist eine Verabredung mit der Zukunft. Zu der man dann pünktlich kommen und Geld dabei haben sollte. Letzteres ist künftig nur vorhanden, wenn man die Zeit klug für die Zukunft zu nutzen weiß. Wer nur Schulden mit Schulden begleicht, ist dann schuld, wenn auch in Zukunft kein Geld da ist. Es gibt zudem kaum einen Kredit, der neues Wachstum erzeugt, außer seinem eigenen – wenn man ihn lässt. Auch Sparsamkeit ist in einer solchen Krise nicht mehr nur notwendige Zurückhaltung, denn um auf die tatsächlichen Kosten zu kommen, zahlen andere einen hohen Preis. Einen Preis, der sie letztlich sozial ausspart.

Es ist richtig, dass Griechenland Hilfe erhält.
Und es ist richtig, damit Forderungen zu verknüpfen, wie etwa die, Steuerschulden einzutreiben und die Bürokratie effizienter zu machen.
Was aber am wichtigsten ist: Das viele Geld wäre schlecht investiert, um lediglich eine Pleite hinauszuzögern. Eine Investition entfaltet nur dann wirkliche Kraft, wenn sie eine positive Perspektive besitzt.
Es ist jetzt also an der (erkauften) Zeit, um über die Chancen der Zukunft nachzudenken.
Und das gilt nicht nur für den griechischen Staat, sondern auch für dessen Gläubiger – die Geldgeber sollten mit ihrem Rettungspaket die Hoffnung auf eine neue Zukunftsperspektive Griechenlands verknüpfen.
Apropos Gläubiger: Erst wenn man jemandem Glauben schenkt, macht es Sinn, ihm auch Geld zu leihen. Dann muss derjenige auch nicht Berge versetzen, sondern kann selbst seinen Aufstieg schaffen. Das sollten wir den Griechen einfach mal zutrauen. Irgendwann in Zukunft werden sie oben ankommen, und dann ist die Zeit da für einen richtigen Gipfel.
Wir erleben die Zukunft, die wir uns zu leben trauen.
Nachruf auf einen Rücktritt
Bundespräsident Wulff ist zurückgetreten, weil er sich selbst wohl getreten fühlt. Von den Medien. Freilich, es kann nicht sein, dass eine Zeitung bestimmt, welches Bild wir abgeben. Denn ein Blatt wendet sich schnell, gegen wen oder was auch immer. Doch die Medien sind am Skandal nicht schuld, sie haben ihn nur verstärkt. Denn, das haben die Medien ja gezeigt, der Ex-Bundespräsident war und ist kein unbeschriebenes Blatt.
Wer der Öffentlichkeit dient, muss alles öffentlich machen. Wer Vertrauen will, muss sich trauen, offen zu sein. Ein Staatsoberhaupt zu sein, darf nicht dazu verleiten, anzunehmen, über alles hinwegsehen zu können. Aufrichtigkeit hat nichts damit zu tun, alles machen zu können, was einem Recht ist. Auch so manches Stehaufmännchen hält sich für stets aufrichtig. Nein, Aufrichtigkeit hat etwas mit der Gangart zu tun, wie man mit Dingen umgeht. Und nicht, wie man sie am besten umgeht.
Nun, ein Würdenträger ist nicht, wer verspricht, etwas tragen zu würden, aber nichts aushalten kann. Ein Würdenträger ist, wer seine Stärke dem Amt schenkt und sich nicht die Kraft von diesem leiht. Ein Würdenträger ist, wer bereit ist, Opfer zu bringen, sich selbst aber nicht zum Opfer macht.
Aber ein Würdenträger ist vor allem, der das Amt und dessen Wirkung bereichert und sich nichts schenkt.
Gerne reden Politiker vom kleinen Mann.
Ich glaube, das ist ihr Ausdruck für ihren Wunsch, über unsere Köpfe hinweg entscheiden zu können. Ich glaube auch, wir würden gerne mal den kleinen Mann spielen, hätten wir jemanden, zu dem wir aufschauen könnten.
Freilich auch Politiker sind nur Menschen.
Und zweitens freilich, sie müssen einstecken können. Mehr als ein Schelm, wer das womöglich an den eigenen Taschen zu üben sucht.
Und drittens freilich, wir leben in einer Welt, in der sich jeder seinen Vorteil denkt. Die giftigsten Pfeile werden immer noch mit den Ellbogen abgeschossen. Vor allem von den Personen, die man hinter sich zu wissen glaubt, die aber auch mal nach vorne wollen. Gerade deshalb sollten wir alle, allen voran Politiker und Staatsoberhäupter, mit bestem Beispiel vorangehen. Auch durch einen Rücktritt.
PS: Brauchen wir überhaupt ein Staatsoberhaupt? Mit jemandem, der sein Haupt oben trägt, ist doch ohnehin kein Staat zu machen. Oder? Und wenn ja, sollten wir uns fragen, ob es denn nicht besser wäre, jemanden aus Kunst, Kultur, Wissenschaft oder Sport zu erwählen.
Ich wünschte mir mal eine Frau auf dem Posten, die sicherlich ihren Mann stehen würde. Vor allem aber wünsche ich mir eine Person, die sich für nachhaltigen Fortschritt einsetzt – von so jemanden wären wir doch gut vertreten.
S21: Schlossgarten geräumt – nicht der Schnee von gestern, sondern Demonstranten saßen dem Fortschritt wohl im Weg
In Stuttgart versteht man nur Bahnhof – immer noch und jeder auf seine Weise. Das Projekt ist irgendwie völlig auf die schiefe Bahn geraten, so hat man das Gefühl. Und es muss endlich aufs richtige Gleis kommen.
Auch die, die ihren Protest verfolgen, sollten auf diesen Zug nun endlich aufspringen. Das heißt nicht, man muss die Kritik aufs Abstellgleis schieben, den Kopf auf Durchzug stellen und nur noch nach der Pfeife anderer tanzen. Nein, aber hier hat die Mehrheit ihr Urteil gefällt, und das muss man sich nun gefallen lassen. Das zu akzeptieren, was einem nicht passt, ist ein Zeichen für Größe. Und man sollte immer beweglich bleiben, so mancher Standpunkt steht einem oft selbst im Weg. Gut ist, dass gestern niemand einen großen Stein in den Garten geworfen und die Polizei ihre tragende Rolle ernst genommen hat. Anders als am 30.09.2010 – das war der Tag, an dem Stuttgart seine schwäbische Gemütlichkeit verlor.
Auch wenn es jetzt in Stuttgart zügig vorangehen sollte - ob alles letztlich ein guter Zug war, wird sich ohnehin erst in den kommenden Jahren zeigen. Und ob dabei alle auf ihre Kosten kommen oder was dem Ganzen doch noch einen weiteren Strich durch die Rechnung macht, wird man am Ende zusammenzählen müssen.
Nun, es besteht Hoffnung:
Schon viele Projekte mussten sich gegen große Widerstände ihren Weg in die Zukunft bahnen. Was meist anfangs nicht gut ankommt, ist zum Schluss gar nicht mehr wegzudenken.
Ja, es ist eine abgefahrene Welt:
Manchmal – leider viel zu oft – ist der Fortschritt zum Davonlaufen, manchmal muss man dem Fortschritt aber auch seinen freien Lauf lassen. Wer sich damit ganz und gar nicht abfinden will oder kann, wird umsteigen müssen. Ansonsten könnte ihn die Zukunft überholen.
Was darf’s denn künftig sein?
Was können uns Konsumtrends über die Zukunft verraten? Kolumne von Oliver W. Schwarzmann in der neuen Ausgabe des Genograph - Zeitschrift für die Genossenschaft
Sind wir mit ganzem Herzen dabei?
Oder: Wie werden wir in unserer Arbeitswelt glücklich?
Machen wir einen kleinen Test:
Nehmen Sie sich einen Notizzettel zur Hand und schreiben Sie bitte alle Gedanken auf, die Ihnen zum Wort „Arbeit” einfallen.
Etwa: Anstrengung, Aufstehen, Stress, Hektik, Druck, Einkommen, …
Dann nehmen Sie bitte einen zweiten Notizzettel und schreiben auf, was Ihnen beim Begriff „Engagement” in den Sinn kommt.
Beispielsweise: Spaß, Freude, Freizeit, Begeisterung, Ambition, freiwilliger Antrieb, …
Unterscheiden sich Ihre Eindrücke?
Falls ja, fragen Sie sich dann, in welcher Welt Sie leben möchten — in der Welt der Arbeit oder in der des Engagements?
Und: In welcher Welt werden wir erfolgreicher und glücklicher sein?
Engagement statt Arbeit - der Unterschied liegt in uns.
Um dieses Thema fortzuführen, haben Nick Bley und ich ein Inspirations-Video entwickelt — viel Spaß beim Anschauen!
Warum die Zukunft unbekannt ist?
Ich glaube, sie will uns damit zeigen, dass wir ihr unvoreingenommen begegnen sollten.
Keine Apokalypse?
Sie halten nichts von Untergangsvorhersagen?
Nein. Die Aufgabe apokalyptischer Prognosen liegt darin, das zu verhindern, was sie voraussagen.
(aus: Der Zauber kreativer Spielräume – Gespräche über die Zukunft der Welt, Buch: Über die Zukunft der Welt)



